Myome: Einteilung, Diagnostik und Therapie
Myome der Gebärmutter
(Kurzform für sog. Leiomyome),
sind gutartige (also nicht zu den Krebserkrankungen gehörende) Tumore, die vom Myometrium der Gebärmutter (Muskelschicht) ausgehen.
Als Myome bezeichnet man Geschwülste, die aus Bindegewebe und glatter Muskulatur bestehen. Sie wachsen sehr langsam in der Wand oder am Rand der Gebärmutter. Bei der Gebärmutter handelt es sich um ein muskuläres Hohlorgan, welches am Scheidenende lokalisiert ist. Es ist das Organ, in dem Embryonen und Feten heranwachsen und aus dem Blut während der Menstruation abfließt.
Mehr als 30 % aller Frauen sind betroffen.
Ein Gebärmutter-Myom kann die Größe einer Grapefruit annehmen. Im Falle eines starken Myomwachstums kann die Gebärmutter deutlich an Größe zunehmen und verformt werden. Die meisten Myome sind gutartig – in sehr seltenen Fällen können sie aber auch entarten.
Man teilt Myome nach ihrer Lokalisation ein:
Submuköse Myome
befinden sich gewöhnlicher Weise in der Gebärmutterhöhle und in der Gebärmutterwand.
Sie können heftige Menstruationsbeschwerden auslösen, aber auch Zwischenblutungen mit krampfartigen Schmerzen. Nur 5% aller Myome sind submukös.
Intramurale Myome
sind in der Gebärmutterwand lokalisiert und können mikroskopisch klein bis kindskopfgroß sein. Die meisten solcher Myome verursachen keine Beschwerden bis sie größer werden. Intramurale sind die am häufigsten vorkommenden Myome.
Subseröse Myome
liegen an der Außenwand des Uterus (Gebärmutter) und können mit diesem über einen dünnen Gefäßstiel verbunden sein. Diese Myome bedürfen keiner besonderen Behandlung, es sei denn sie wachsen sehr schnell. Wenn sich gestielte Myome jedoch drehen können sie dabei heftige Schmerzen verursachen. Sie sind die zweithäufigsten Myome.
Seltener können Myome auch am Gebärmutterhals und an Bändern wachsen, welche die Gebärmutter in ihrer Lage halten.
Wie werden Myome diagnostiziert?
Der Arzt wird eine Untersuchung des kleinen Beckens durchführen um nach einem Anhalt für Myome oder anderen Abnormalitäten zu suchen.
BILDGEBENDE VERFAHREN
Ultraschall
Ultraschall ist das Standardverfahren zur Untersuchung der Gebärmutter sowie der Eierstöcke und ermöglicht die Darstellung von Myomen, Eierstockzysten und Tumoren sowie Einengungen im Bereich der Harnwege. Hierbei werden Ultraschallwellen genutzt um ein Bild der Organe zu erzeugen. Ein Risiko geht von diesem Untersuchungsverfahren nicht aus und kann lediglich ein geringes Maß an Unbehagen für die Patientin beinhalten.
Eine Ultraschalluntersuchung während des ersten Arztbesuches, nachdem Symptome wie ungewöhnliche Blutung oder Krämpfe aufgetreten sind, oder wenn ein ungewöhnlicher Tastbefund vorliegt, kann hilfreich sein die Diagnose eines Myoms zu stellen.
Vaginal durchgeführter Ultraschall dauert nur ein paar Minuten, ist nur wenig unangenehm und verschafft schnell nicht zu unterschätzende Informationen. Eine Ultraschalluntersuchung kann helfen die Anzahl und die Lage der Myome zu bestimmen sowie eine Größenbestimmung durchzuführen und auch diese über einen längeren Zeitraum zu beobachten.

Magnetresonanztomographie. Die Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglicht eine bessere Darstellung von Myomen, die ursächlich für Blutungen sein können, es handelt sich hierbei jedoch um ein sehr teures und zeitaufwändiges Verfahren, welches normalerweise nicht nötig ist.
Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) ist ein Verfahren, das genutzt wird um Myome, Polypen oder andere Ursachen einer Blutung abzuklären. Obwohl auch durch weniger invasive Methoden Gründe einer außergewöhnlichen uterinen Blutung bestimmt werden können, bietet die Hysteroskopie den Vorteil zusätzlich als chirurgische Maßnahme dienen zu können um submukoide Myome zu entfernen.
Hysteroskop

Hysteroskopischer Blick auf Myome

Welche Therapiemöglichkeiten werden angewendet?
MYOMENTFERNUNG
Die operative Myomentfernung beinhaltet nur die Entfernung eines oder mehrerer Myome.
Die Durchführung ist mit Hilfe eine Laparotomie möglich (ein Verfahren mit einem großen Bauchschnitt) oder mit weniger invasiven Methoden wie einer Laparoskopie (Bauchspiegelung) oder einer Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung).
In solchen Fällen kann eine Erhaltung der Fruchtbarkeit, im Gegensatz zur Hysterektomie, möglich sein.
Eine Myomektomie ist eine chirurgische Entfernung der Myome allein, wobei die Gebärmutter nicht beschädigt wird, so dass häufig die Fruchtbarkeit bestehen bleibt.
Eine Myomentfernung kann auch helfen ungewöhnliche Blutungen, die durch Myome verursacht werden, zu regulieren.
Nicht jede Frau ist eine geeignete Kandidatin für eine Myomentfernung. Wenn zu viele Myome vorliegen, kann die Myomentfernung durch einen gesteigerten Blutverlust verkompliziert werden. Wird eine Krebserkrankung festgestellt, so kann die Umwandlung in eine vollständige Gebärmutterentfernung notwendig sein.
Um eine Myomentfernung durchzuführen, stehen dem Chirurgen folgende Methoden zur Wahl: eine Laparotomie ( ein großer Bauchschnitt mit Eröffnung des Bauchraumes) oder weniger invasive Methoden (Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) oder Laparoskopie (Bauchhöhlenspiegelung)).
Laparotomie.
Die Laparotomie benutzt einen großen Bauchschnitt und konventionelle Chirurgie.
Man nutzt sie zur Operation sehr großer oder vieler subseröser oder intramuraler Myome (gewöhnlich größer als 10cm) oder bei Krebsverdacht.
Nutzt man diese Methode, so kann der Arzt die Myome tasten, zum Teil auch in der Gebärmutterwand gelegene, die einer Laparoskopie oder Hysteroskopie entgehen können.
Nach der Myomentfernung stellt die Rekonstruktion der Uteruswand, sowohl in der Laparotomie als auch in der Laparoskopie, einen kritischen Punkt dar, um eine Blutung oder eine Infektion zu vermeiden.
Während die Rekonvaleszenz bei der Laparoskopie oder der Hysteroskopie weniger als eine Woche beträgt, so muss man nach einer Standardmyomentfernung nach einem Bauchschnitt mit einem Zeitraum von sechs bis acht Wochen rechnen.
Hierbei besteht auch ein höheres Risiko, dass sich Verwachsungen bilden sowie ein höherer Blutverlust unter der Operation auftritt als mit weniger invasiven Techniken, was von Bedeutung ist für Frauen, die ihre Fruchtbarkeit erhalten wollen.
Hysteroskopische Myomentfernung.
Eine hysteroskopische Myomentfernung kommt für unter der Schleimhaut gelegene Myome in der Uterushöhle in Frage.
Mit dieser Technik werden die Myome mit einem Instrument, welches sich hysteroskopisches Resektoskop nennt, entfernt, welches über die Scheide und den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle vorgeführt wird.
Mit einer Elektroschlinge wird dann das Myom abgetragen.
TECHNIK DER HYSTEROSKOPISCHEN MYOMENTFERNUNG

Laparoskopische Myomentfernung.
Eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) benötigt nur sehr kleine Bauchschnitte.
Wie bei der Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) wird ein dünner Trokar eingeführt, der die chirurgischen Instrumente und die Kamera enthält.
In Klinken mit sehr großer Erfahrung ist die Laparoskopie ein Verfahren mit geringeren Komplikationen, einem kürzeren Krankenhausaufenthalt sowie geringeren Kosten im Vergleich zur Laparotomie.
Komplikationen und postoperative Faktoren.
Jede Vorgehensweise zur Myomentfernung ist sehr komplex.
Um das Operationsrisiko zu mindern, sollten Patientinnen sich einen Chirurgen suchen, der auf dem Gebiet der Myomentfernung sehr erfahren ist.
Komplikationen, die während einer Myomentfernung unabhängig vom Verfahren auftreten können sind:
- Ausgedehnter Blutverlust (größere Wahrscheinlichkeit bei einer Laparotomie
- Gebärmuttermuskelschwäche und Ruptur während einer Schwangerschaft.
- Spätere Entwicklung von Narbengewebe (Adhäsionen genannt). Häufigeres Auftreten nach einer Laparotomie.
- Infektionen.
- Schädigung der Eingeweide oder der Blase (häufigeres Auftreten bei einer Laparotomie).
GEBÄRMUTTERENTFERNUNG.
Dieses Verfahren beinhaltet die operative Entfernung der Gebärmutter und wird oft durch eine gleichzeitige Oophorektomie (Entfernung der Eierstöcke) begleitet. Mit dieser Behandlung kann die Fruchtbarkeit nicht erhalten werden.
In einigen Fällen ist eine Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) notwendig. Bei diesem Verfahren wird der gesamte Uterus (Gebärmutter) entfernt.
Eine Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) kann auf den folgenden Wegen durchgeführt werden
- Vaginale Hysterektomie :
Operation durch die Scheide; kann schwierig sein in Fällen mit großen Myomen.
- Abdominelle Hysterektomie :
Diese bringt einen großen Bauchschnitt mit sich durch den die Gebärmutter entfernt wird. Die Patientin bleibt für bis zu einer Woche im Krankenhaus und behält eine realtiv große Narbe auf dem Bauch zurück.
- Laparoskopische Hysterektomie :
Es wird ein kleiner Bauchschnitt gemacht und ein Laparoskop wird eingeführt und die Gebärmutter mithilfe spezieller Instrumente entfernt.
Es gibt für viele Frauen, selbst für solche mit großen Myomen, andere Möglichkeiten, die hier beschrieben werden. Daher sollten alle vorhandenen Optionen mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Diese Seite dient nur der Information über diese neuen Methoden und gibt Ihnen die Möglichkeit, den für Sie am besten erscheinenden Spezialisten zu finden.
Mit freundlicher Genehmigung der
Gesellschaft für Endoskopische Gynäkologie Ltd.
EndoGyn Ltd., Braunschweig

